Leben im Übergang – Christoph Benke

20.01.2024 |

„Du aber sollst vor dem Herrn, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen: Mein Vater war ein heimatloser Aramäer ...“  Die Aufforderung aus dem Buch Deuteronomium erinnert an das nomadische Erbe Israels und benennt eine Wurzel des jüdisch-christlichen Glaubens ...

Christoph Benke, „Leben im Übergang. Die österliche Dynamik christlicher Spiritualität“, Herder Verlag, Freiburg 2023, 239 Seiten, 24 Euro.
 
... In Gemeinschaft unterwegs im Vertrauen auf den mitfühlenden und mitgehenden Gott Jahwe, der aus Knechtschaft befreit und aus dem Exil in Räume der Zukunft führt.
 
„Von Spiritualität wird heute erwartet, dass sie komplexe Situationen bewältigen, Übergänge gestalten (Ritual) und diese deuten, das heißt verstehen (Sinn) hilft“, konstatiert Christoph Benke und entwirft entlang des biblischen roten Fadens vom Weg des Gottesvolkes Israel und vom Weg Jesu eine Theologie des geistlichen Lebens. Für die Deutung von Lebensübergängen biete die Bibel vor allem ein Wort an: Pascha – (Vor-)Übergang. Pascha, der rettende Durchbruch und Übergang vom Tod ins Leben, sei jedoch keineswegs ortlos: „Wir sind nicht nur an die Zeit, sondern auch an den Raum gebunden.“ Benkes Unternehmen besteht darin, das Bild vom Pascha als „Matrix“ für den geistlichen Weg des Einzelnen wie der Kirche aufzunehmen und zu betrachten. „Als Ergebnis finden wir Deutemuster für die vielen Übergänge des je eigenen Lebens.“
 
Illustriert wird dies am Beispiel von Orten und Glaubensgestalten, beginnend beim Aufbruch von Abraham und Mose aus Haran und Ägypten über den Aufstieg auf den heiligen Berg (etwa bei Antonius) bis zum Übergang in Tyrus, Sidon und am Jordan. Ein „Vademecum“ – Reisebuch – des Glaubens.
 
Brigitte Böttner