Die Juden im Koran. Ein Zerrbild mit fatalen Folgen – Abdel-Hakim Ourgh
16.12.2023 |
Wie kommt es, dass kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 auf Deutschlands Straßen israelfeindliche und antisemitische Parolen skandiert wurden? Wie kann es sein, dass in Berlin arabischstämmige Muslime gegen Israel demonstrieren, ohne den Hamas-Terror ausdrücklich zu verurteilen?
Abdel-Hakim Ourghi, „Die Juden im Koran. Ein Zerrbild mit fatalen Folgen“, Claudius Verlag 2023, 264 Seiten, 26 Euro.
Dem Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi zufolge liegt der Grund für solche Vorgänge zunächst in der unablässigen antiisraelischen und antisemitischen Indoktrination in der islamischen Welt. Ourghi kann das so direkt und ungeschützt sagen, weil er selbst im Alter von 23 Jahren als „indoktrinierter Antisemit“ von Algerien nach Deutschland kam, wie er schreibt. Er hasste die Juden und den Staat Israel – weil man es ihm von Kind an so beigebracht hatte.
Heute ist Abdel-Hakim Ourghi Islamwissenschaftler und leitet als solcher den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Längst gehört er zu den wichtigen – sicher auch streitbaren – Stimmen der liberalen Muslime in Deutschland.
Dass Ourghi auch Bedrohungen erfährt, liegt an seiner Auffassung, dass die antisemitischen und judenfeindlichen Auswüchse bereits im Koran grundgelegt sind. Genauer: in den Texten, die nach der Auswanderung Mohammeds und seiner Gemeinde von Mekka nach Medina entstanden. Unter dem Titel „Die Juden im Koran“ hat sich Ourghi jetzt ausführlich mit dem „Zerrbild“ befasst, das diese Texte von den Juden zeichnen. Das Buch ist bereits vor einigen Monaten erschienen. Auf dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse gewinnt es an Gewicht.