Kirche in Deutschland, aus Politik und Zeitgeschichte

04.11.2023 |

Wofür steht Kirche in einem Land, in dem religiöse Pluralität längst der Regelfall ist? Was kann sie einer Gesellschaft bieten, die sich durch individualisierte Lebensentwürfe auszeichnet, Wertvorstellungen tagtäglich aushandelt und in der sich mehr als 40 Prozent als konfessionslos verstehen? 

„Kirche in Deutschland, aus Politik und Zeitgeschichte“ 39/2023, 23. September 2023, 55 Seiten (www.bpb.de/apuz).
 
So fragt Martin Schiller, Referent bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn, im Editorial zu einer Ausgabe der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ im September. 

Die Beiträge im Heft nimmt diese Leitfragen auf und beantwortet sie unter verschiedenen Blickwinkeln: mit Beiträgen von Autorinnen und Autoren, die sich verschieden zu den christlichen Kirchen im Land positionieren und aktuelle Fragestellungen aufgreifen. Auf einen historischen Abriss mit Erläuterungen zu den Besonderheiten des kirchlichen Systems in Deutschland folgen kurzgefasste Darstellungen zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen im kirchlichen Kontext und eine erste Bilanz des Synodalen Weges. Die Finanzierung der Kirchen wird dargestellt und schließlich das Phänomen der Umnutzung von Kirchengebäuden.
 
„Gewiss sind Kirchen Institutionen, die sich im Innern längst in tief greifenden Umbruchprozessen befinden, während ihre Fassaden jahrhundertealt sind. Dahinter liegen Räume, die ambivalent bleiben: einladende Räume für persönlichen Glauben und Spiritualität; dunkle Räume, in denen es zu Gewalt gekommen ist; Räume, aus denen Menschen aus unterschiedlichen Gründen ausgeschlossen sind ...“ Empfehlenswerte Lektüre, die auch als Download zur Verfügung steht.
 
Brigitte Böttner